
Habe dieses Bild bei unserem Rombesuch gemacht
Sieht der Papst nicht fantastisch aus? Was er im Kopf hat ist leider nicht so schön – im Gegenteil.
Unter diesen Papst geht die Kirche nach rechts und hinter die Kirchen-Öffnung des II. Vaticanum zurück. Wichtige Österreichische Bischöfe gehen mit Benedikt, nicht nur aus Papsttreue, sondern aus Überzeugung. Nicht die breite, weltoffene Volkskirche ist ihr Ziel, sondern eine kleine Schar hundertprozentiger konservativen Katholiken.
Der neue Linzer Weihbischof glaubt an Behandlung von Homosexualität In einem “Profil”-Interview tritt Wagner für eine Behandlung Homosexueller ein. Auf die Frage, ob Homosexualität heilbar sei und Homosexuelle behandelt werden sollten, antwortete er: “Dafür gibt es genügend Beispiele, nur davon spricht man nicht.”
Leitende Brüder der konservativen Piusbruderschaft halten daran fest, dass die Juden kollektiv schuld am “Gottesmord”, der Kreuzigung Jesu Christi, sind – ein zentrales Motiv des Antisemitismus. Indem Papst Benedikt XVI. die Piusbrüder zurück in den Schoß der katholischen Kirche aufnahm, geriet er selbst unter Antisemitismusverdacht.
Die Bedeutung der beiden Entscheidungen ist höchst unterschiedlich. Die Gedankenwelt dahinter aber ist die gleiche, wenn Papst Benedikt die exkommunizierten erzreaktionären Pius-Brüder wieder in die Kirche aufnimmt und der Linzer Diözese einen eher obskuren Weihbischof aufzwingt.

Viel Rauch kommt vom Vatikan und auch viel heisse Luft
Wie kann es sein, dass der Vatikan erklärt, nichts von den Äußerungen des notorischen Holocaust-Leugners Richard Williamson gewusst zu haben? Wie kann es sein, dass trotz zahlreicher Beteuerungen, die katholische Kirche habe für Antisemiten keinen Platz. Er hatte in einem TV-Interview den Holocaust und die Existenz von Gaskammern geleugnet. Das ist absurd und widerlich, eine Beleidigung für jeden, der den Holocaust überlebt hat, oder Freunde und Familie verloren hat, und sich nun anhören muss, die “Gaskammern” hätten der Desinfektion gedient. Aber es ist auch eine Idiotie, wie die Überzeugung, die Erde sei eine Scheibe, die noch weiter verbreitet ist als die, der Holocaust sei eine Erfindung. Wieso wird die barmherzige Hand des Oberhirten immer nur in eine Richtung ausgestreckt? Der Skandal um Bischof Williamson und die Seinen hat diesen Papst entzaubert.
Der ultrakonservative Kurs des Papstes ist empörend. Die Rehabilitierung der erzreaktionären Pius-Bruderschaft und die Ernennung des Hardliners Gerhard Maria Wagner zum Linzer Weihbischof stürzten die katholische Kirche in ihre schlimmste Krise seit der Affäre Groer. Droht sogar eine Spaltung?
Auf Plattformen wie kreuz.net oder gloria.tv informieren heute konservative Laiengruppierungen regelmäßig über „Abweichungen“ vom rechten Glauben. kreuz.net behauptet, das Bistum Linz sei „durch jahrelange altliberale Misswirtschaft in eine beispiellose Krise geführt“ worden.
Eine zentrale Rolle bei der Vernaderung liberaler Kirchenleute wird dem „Linzer Priesterkreis“ zugeschrieben, dem auch Pfarrer Wagner angehört. Einer der Gründer der jährlichen Sommerakademie des Priesterkreises in Aigen im Mühlviertel ist der frühere St. Pöltener Bischof Krenn. Auch Joseph Ratzinger hatte dort vor seiner Papstwahl Vorträge gehalten.
„Was dort alles gesagt wurde, ist abenteuerlich“, analysiert der Wiener Theologieprofessor Paul Zulehner aufgrund von ihm zugespielten Tonbandaufnahmen. Der Augsburger Theologe Anton Ziegenaus erklärt dort etwa: „Ein Gott, der immer nur vergeben und lieben darf, verliert jede männliche Persönlichkeitsstruktur.“
Zu den Besuchern der Sommerakademie gehört auch Albert Engelmann, Herausgeber der erzkatholischen Zeitung „Der 13.“. Nun wolle er wieder den Kirchenbeitrag zahlen, gab er auf seiner Homepage bekannt. Der Obmann des Priesterkreises, Josef Bauer, Pfarrer von Hohenzell, erwartet nun, dass unter Weihbischof Wagner in der Diözese „wieder der Gnadenstrom der Gesamtkirche fließt, statt sie in das Rinnsaal der Nationalkirche abgleiten zu lassen“.
Seit Mitte der 80er-Jahre verliert die Kirche Roms in Österreich 30.000 bis 50.000

Sieht dieser Mann nicht fantastisch aus? Was er im Kopf hat ist leider nicht so schön – im Gegenteil.
Mitglieder im Jahr. Nur noch 14 Prozent besuchen regelmäßig Gottesdienste. Mit 5,6 Millionen Mitgliedern ist die katholische Kirche aber immer noch die mit Abstand größte Religionsgemeinschaft im Land (rund 360.000 sind Muslime, 328.000 evangelisch).
Forderungen nach weiterer Öffnung und Reform der Kirche werden als Gefahr angesehen, die Aussöhnung mit Reaktionären und die gezielte Förderung von Erzkonservativen sind die Zukunft. Diese Entwicklung ist gewiss allein Sache der Kirche. Im Zuge der letzten Entwicklungen sollte man den Papst einmal ernsthaft fragen ob er für oder gegen Hexenverbrennungen ist.
Der Geheimorden Opus Dei gilt fortschrittlichen Mitgliedern der katholischen Kirche als fundamentalistische Sekte, als Promotor eines reaktionär-verknöcherten Christentums, dem die ganze Welt ein Gräuel ist, soweit sie sich nicht dem dogmatischen Wahrheitsanspruch der Kirche unterwirft. Die Heiligsprechung des Gründers Josemaría Escrivá ist in erster Linie ein Dankeschön des konservativen Polen Wojtyla an Opus Dei. Der sieht in dem Verein eine treue Garde des Papstes. Das Opus Dei beschränkt sich darauf, den Machtanspruch der Institution zu konservieren.

Wie kann so ein gut aussehender Mann so schlechten Einfluss auf die Welt haben
Die besondere Gefahr, die von dieser Eliteorganisation ausgeht, liegt in seiner weltweit ausgeklügelten konspirativen Tätigkeit in allen Lebensbereichen einer Gesellschaft. Seine Kraken- und Polypenarme dringen im Verborgenen in alle Bereiche der Gesellschaft.
Opus Dei operiert nicht so sehr aus christlicher Nächstenliebe, sie orientieren sich vielmehr am selbstgestellten Auftrag, die weltliche Gesellschaft, wo immer sich eine Möglichkeit bietet, im Sinne einer konservativkatholischen Ideologie zu durchdringen – im Regelfall so, dass niemand es merkt. Die Mitglieder des Opus Dei geben sich meist nicht zu erkennen – in Spanien wird der Geheimbund deshalb auch die “heilige Mafia” genannt.
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